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Der Weg zum Text

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Irgendwann kommt der Moment, an dem man sagt: Ich habe eine Idee für einen Text!
Aber… was mache ich als Nächstes?

Das kommt ganz darauf an, wie weit diese Idee bereits gereift ist!
Der Prozess der Entstehung eines Textes umfasst mehrere Phasen, die je nach Person und Thema unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Am Anfang steht dabei die Frage nach der Art des Textes.

Die Planung

Soll es eine Seminarar-, Bachelor- oder Masterarbeit werden; soll also der Text wissenschaftlich sein? Soll es eine Kurzgeschichte werden? Ein Roman? Eine Autobiographie? Diese Frage klingt zunächst banal – ihre Beantwortung ist jedoch der erste Schritt zum fertigen Text. Denn jede Textart hat bestimmte Eigenschaften, in denen sie sich von den anderen unterscheidet. Das reicht vom Umfang über die Erzählperspektive; über die Wortwahl und die behandelten Themen; von der möglichen Publikationsform über den unterschiedlichen Zeitaufwand bis hin zur eigentlichen Frage:
Was will ich denn mit meinem Text aussagen? Ist dieser Punkt einmal geklärt, ergeben sich viele weitere Dinge schon beinahe wie von selbst.

Vor allem bei längeren Texten ist es wichtig, sich an einer gewissen Stelle über die Struktierung klar zu werden.
Es ist immer leichter, 7 mal 10 Seiten zu schreiben, als einmal 70!
WANN das allerdings geschieht, kann individuell verschieden sein. Manche Personen brauchen die Struktur, um überhaupt beginnen zu können, andere müssen die losen Ideen erst einmal sammeln und über freie Assoziationen das Gebiet abstecken. Franz Kafka beispielsweise schrieb die einzelnen Kapitel zu seinem berühmten Roman „Der Proceß“ zuerst in Notitzheften nieder. Den Anfang machten dabei das erste und das letzte Kapitel. Für ihn war es wichtig, Anfang und Ende zu kennen, um den Handlungsstrang während des Schreibprozesses nicht zu verlieren. Für andere Autor*innen wiederum entwickelt sich die Handlung erst während des Schreibprozesses. Berühmt geworden für diese Art der Erstellung von Texten ist Heinrich Kleists „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ aus dem Jahre 1805.
Damit sind jedoch nur die Endpunkte eines Spektrums skizziert, in dem es viele unterschiedliche Methoden und Methodenbündel gibt.

Den eigenen Schreibtyp zu kennen oder ihn herauszufinden, stellt eine weitere Erleichterung beim Verfassen von Texten dar!

Der zweite Schritt, die Formulierung, ist die eigentliche Arbeit am Text. Die Gedanken oder Inhalte, die man gesammelt oder recherchiert hat, werden dabei in Worte gefasst. Wer zuvor viel Zeit und Aufwand in die Planung gesteckt hat, wird nun ein Gefühl der Erleichterung verspüren. Je geübter der oder die Schreiber*in ist, desto leichter geht das Folgende von der Hand. Bei Schreibprojekten mit größerem Umfang ist es zudem empfehlenswert, einen Handlungsplan zu erstellen. Dieser erlaubt es, sich jederzeit bei Unsicherheiten vergewissern zu können, ob man inhaltlich noch am richtigen Kurs ist. Im wissenschaftlichen Bereich sind diese Hilfsmittel die Leitfrage oder die Forschungsfrage.
Bei professionellen Schreiber*innen überschneiden sich diese Phasen oft; Planen und Schreiben wechseln sich ab.

Im Zuge der Überarbeitung schließlich erhält der Text den letzten Feinschliff. Auch diese beiden letzten Phasen greifen oftmals ineinander und ergänzen sich gegenseitig. Tritt während der Ausformulierung eine Schreibblockade auf, kann es helfen, das letzte Kapitel oder auch nur den letzten Absatz genau durchzuarbeiten. Durch diese intensive Beschäftigung und durch das Gefühl, etwas abgeschlossen zu haben – das mit der Überarbeitung einhergeht – ergeben sich oft neue Gedankengänge, die man zuvor gar nicht in Betracht gezogen hat.

Wie sich schon anhand dieser kurzen Darstellung zeigt, handelt es dich bei der Entstehung von Texten um einen komplexen Prozess, in dem sich die unterschiedlichen Arbeitsschritte auch überlagern können. Die Unterteilung in verschiedene Phasen hilft dabei, während der Arbeit nicht die Orientierung zu verlieren.

Je nachdem, in welchem der Bereiche oder in welcher Phasen sie Hilfe benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite!

[expand title=“Weiterführende Links und Quellen“]

In dem gut strukturierten Artikel des Linguisten und Psychologen ist die Geschichte zum Forschungsgebiet anschaulich 
dargestellt. Zudem werden auch die Methoden und Ziele erklärt. Am Ende befindet sich eine umfangreiche Literaturliste.
Empfohlen für: Interessierte Laien, Fachpublikum
Die Website fasst den theoretischen Unterbau verschiedener Disziplinen, die sich mit der Schreibforschung beschäftigen,
zusammen. Sie liefert dabei neben der Beschreibung der unterschiedlichen Modelle auch die dazu entstandenen Kiritkpunkte 
und gibt einen guten Überblick zu den Werkzeugen der Forschungsrichtung.
Emfohlen für: Akademisches Publikum

Die Univeristät für angewandte Kunst Wien bietet seit dem Jahr 2009 den Bachelor Lehrgang Sprachkunst an, in dem neben 
Schreibkompetenz auch wichtige Kontakte in die literarische Szene genüpft werden können. 
Empfohlen für: Interessierte
Dieses 19-seitige Skript bietet eine Handreichung zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten für Studierende unterschiedlicher 
Fachbereiche. Die im Blog-Beitrag kurz umrissenen Phasen werden hier für die spezifische Textsorte genauer beschrieben. 
Zusätzlich finden sich darin Hinweise zu Quellenangaben und unterschiedlichen Zitierweisen.
Empfohlen für: Akademisches Publikum

 

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